Archiv der Kategorie: Reisebericht

individuelle Reisen

cultures connect MEHR ALS EXOTIK, GÖTTER UND MYTHEN

Das Wissen über Südasien und ihre Kulturen und Künste erweitern und gleichzeitig eine besondere Reise genießen.

EINE INDIVIDUELLE REISE PLANEN
Der religiös geprägte Alltag und die vielen teilweise auch nebeneinander existierenden Lebensweisen beeindrucken alle Asienreisende. Doch wie tauchen wir in der begrenzten Zeit, die uns zum Reisen zur Verfügung steht, in diese anderen Lebensarten ein? Wie können wir an ihrem Wissen teilhaben und es intensiv erleben. Welche Kreativität geht von den jungen Menschen jener Gesellschaften aus? Wo sind unsere gemeinsamen Berührungspunkte und Interessen?
Genau diese Lücke wollen wir mit unserem Fachwissen und sorgfältig ausgewählten Kulturevents und einer soliden Reiseplanung füllen.

Jede meiner Reisen wird wie ein Projekt zu den Kulturen in INDIEN, NEPAL, TIBET und BHUTAN geplant.
Mitgestalten und gemeinsames Erleben stehen dabei im Mittelpunkt. Wir nähern uns dem Land über ihre vor Ort eigenen Themen an, um so authentisch wie möglich in ihre Lebenswelt einzutauchen und von ihrer Kultur mehr zu erfahren. Entlang der ausgewählten Route erleben Sie dann ihre Lebensweise aus den unterschiedlichsten Perspektiven, auch gegenwärtige Themen werden miteinbezogen. Auf erlesenen Stadtspaziergängen und Wanderungen durch die Dörfer erfahren Sie über die Zusammenhänge der Religionen und dem rituellen Leben und über die heiligen Landschaften und deren Geschichten.
Ziel der Reise ist es, Sie aus einer anthropologischen Expertise zu einem tieferen Verständnis der jeweiligen Kultur und Gesellschaft zu führen und Ihnen gleichzeitig ein einmaliges Reiseerlebnis zu ermöglichen. Ihre eigene ‚teilnehmende Beobachtung’ auf der Reise wird ihr Verständnis und Sichtweise für die andere Kultur schärfen und einen genießerischen Zugang zu den indischen, nepalesischen und tibetischen Kulturen ermöglichen.

Begegnungen und Events
In Nepal, Indien, Bhutan und auch Tibet leben viele Künstler, rituelle Experten und traditionelle Mediziner, sowie Architekten und Anthropologen. Sie alle versuchen Ihre Ideen in ihrer Kultur zu verwirklichen. Es entstanden zahlreiche Kunstevents, Literatur- und Theaterfestivals welche einen tiefen Einblick in die aktuellen künstlerischen Debatten und zu ihrer Identität wie Haltung zu den Einflüssen der Moderne geben. Gleichzeitig bieten engagierte Persönlichkeiten authentische ‚Homestays’ und ‚Traditional’ Hotels an, die die Bevölkerung mit einbeziehen und die lokale Architektur und Wirtschaft fördern.

Individuell mit oder ohne Reiseleitung reisen
Auf dieser Basis haben wir folgende Reisen zu ausgesuchten Themen und Events in Südasien vorbereitet. Sie können diese individuell oder mit Reiseleitung planen und buchen.

Zu diesen ausgesuchten Regionen, Kulturevents und lokalen Persönlichkeiten wollen wir Sie mit unseren Reisevorschlägen führen.

Reisen zur traditionellen Medizin

Nordindien – Ladakh:
TIBETISCHE PFLANZENMEDIZIN
UND MEDITATION AM DACH DER WELT

Nepal:
TROMMELN | TRANCE | TREKKING

Reisen zum tibetischen Buddhismus

Auf den Spuren Milarepas nach Manang
(Nepal, mit Trek)

Tibet:
STÄDTE + KLÖSTER | KAILASHUMRUNDUNG | GUGE

Reisen zu Architektur

Bhutan: Zu den Klosterburgen (Dzong) und Bauernhäuser

Newar Königstädte
im Kathmandutal
(Nepal)

Tibetische Architektur
in Mustang

Kurze Reisen zur Textilkunst, Kunst,
archaischem und modernem Theater

Textilkunst in Kutch, Gujarat – Indien
mit der Textilanthropologin Judy Frater

Künste in Ahmedabad
mit dem Künstler Lokesh Ghai

Trissur Theaterfestival in Kerala
(Südindien, Ende Jänner)

archaisches Theater mit Maskentanz
in der Köngstadt Patan
(Nepal, im November)

Kochin Kunstbienale, Südindien – Kerala
September bis März 2016/17

Begegnungen und Events

In Nepal, Indien, Bhutan und auch Tibet gibt es zahlreiche Künstler, Heiler, Architekten, Anthropologen, traditionelle Mediziner die ihre Ideale und Ideen leben und verwirklichen. Es gibt Kunstevents, Literatur- und Theaterfestivals die einen hervorragenden Einblick in gegenwärtige Diskussionen geben. Gleichzeitig bieten engagierte Persönlichkeiten authentische ‚Homestays’ und ‚Traditional’ Hotels an, die die Bevölkerung miteinbeziehen und die lokale Architektur erhalten wollen.


DER REISEPREIS

Wir entwerfen und organisieren individuelle Reisen nach Ihrem Zeitplan.
Wählen Sie aus den vorhandenen Reiseprogrammen, oder schreiben Sie einfach Ihre Reisedestination, Zeitdauer und besonderen Wünsche.
Beachten Sie eine Vorbereitungszeit von mindestens 2 Monaten mit ein. Jede Destination hat ihre beste Reisezeit.

Den Preis der von uns geplanten Reise erhalten sie nach Ihrer Anfrage.
Die Reisen beginnen im jeweiligen Zielland und werden von einer ausgesuchten lokalen Agentur betreut. Wir sind gerne bereit ihnen bei der Buchung des Fluges zu helfen.

LEISTUNGEN

• Vermittlung von Transfers, Transport, und Unterkunft über ausgesuchte lokale Agenturen
• Organisation von Seminaren, Vorträgen, Ausflüge, und die Begleitung ihrer Reise von einheimischen Spezialisten (je nach fachlichem Interesse)
• Gestaltung ausgesuchter Wege für Wanderungen, Trekking und Jeepreisen im Himalaya (mit Unterkunft teilweise auch im Zelt und mit Vollpension) mit kompetenter Begleitung.



THEMEN – PROJEKTE – BESONDERE REISEROUTEN

Wir können für Sie Seminare und Vorträge zu gewünschten Themen organisieren. Wir bieten ausgesuchte Heritage Hotels und Homestays an. Wir organisieren Tagesausflüge, Trekking ‚off the beaten track‘, sowie Begegnungen mit interessanten Projekten und Persönlichkeiten vor Ort. Im indischen Himalaya empfehlen wir Jeep Safaris entlang ausgesuchter Routen. Jede Reise soll auch Zeit und Raum für Erholung bieten.

Nehmen Sie hierfür kontakt zu mir auf oder schicken Sie mir eine Mail zu Ihren Vorstellungen.

Nachricht an Dr. Gabriele Tautscher


Kerala und Vijay’s Ayurvdedakur

KERALA: TRADITIONELLE KULTUREN | BACKWATERS | PERIYAR NATIONALPARK | 14 TAGE AYURVEDAKUR
31. Jänner – 23. Februar 2014

Reiseerlebnisse und Vijay’s Ayurvdedakur
Gabriele Tautscher

Schon beim Anflug auf Kochin fällt das intensive Grün der vielen Palmen auf. Vom Flughafen Kochin fuhren wir fünf Frauen in einem Kleinbus direkt in eine ‚andere Welt’ mit warmer Temperatur, hellem Sonnenschein, auf einer indischen Schnellstraße gesäumt von vielen überdimensionalen Plakaten mit verführerischen Frauen in reich bestickten Saris, durch dicht gebaute Kleinstädte, und vorbei an vielen Palmen nach Nilambur. Auf dem Weg kehrten wir in einem indischen Coffee House ein. Die Wände waren rosa und grün gestrichen, die Kellner trugen eine weiße Uniform mit Schiffhütchen oder imposanten Turban, die Tische im großen Gastraum waren mit vielen diskutierenden Männergruppen besetzt. Die Speisekarte war lang und unverständlich. Ich bestellte für uns alle Kaffee zum Wachbleiben und Snacks zum Durchhalten (nach dem langen Nachtflug). Wie in einem Traum beobachteten wir mit Interesse das exotische Treiben um uns sowie die Männer an den Nachbartischen, und sie beobachteten uns mit großem Interesse – als würden sie uns begrüßen „Hallo, ihr seid in Indien!“
Nach 4 Stunden Fahrt erreichten wir den Ort Nilambur in den sanften grünen Bergen Keralas und wurden von unserem Gastgeber und seiner Frau im Homestay Maranat Mana herzlich empfangen. Wir waren inmitten einem großen traditionellen Familienbesitz einer Brahmanenfamilie gelandet. Im 1. Stock des früheren Getreidespeichers waren die Gästezimmer, im Erdgeschoß die Küche mit dem Esstisch, wo unser erstes köstliche südindische Abendessen auf Bananenblätter serviert wurde. Die Gastgeber erzählten uns interessante Geschichten aus der Umgebung, über ihr Leben, erstaunliche Begebenheiten mit Heilern, und beantworteten mit Begeisterung unsere Fragen. Ziemlich erschöpft und so voll mit neuen Eindrücken fielen wir ins Bett. Am nächsten Tag führten sie uns durch das große alte Haus mit den vielen Innenhöfen und einer grandiosen gemauerten Badeanlage wo die Familienmitglieder heute noch ihre morgendliche rituelle Waschung und Meditation durchführen. Es soll eins von zwei noch existierenden traditionellen Häusern von Großgrundbesitzern in Kerala sein. Das Kernstück des Hauses ist der Ganesha Tempel, den wir als ‚Unreine’ nicht betreten durften, vor dessen Tor wir aber vielen Gläubigen zusahen, wie sie dem Priester Wünsche und Opfergaben überreichten. Am Nachmittag unternahmen wir eine lange Fahrt an die Meeresküste und fuhren mit einem kleinen Boot durch die ersten berühmten Backwaters Keralas. Spät am Abend feierten wir den Geburtstag einer Mitreisenden: Kuchen, Kerzen und Blumenkette.
Von dort führte die Reise in die alte Hafenstadt Kochin, wo wir einen ausführlichen Spaziergang durch die alte portugiesische Stadt unternahmen, einen etwas klobigen europäischen Palast besichtigten, ein Judenviertel mit Synagoge und zahlreichen Souvenirshops. Am Meer konnten wir zusehen, wie die alten chinesischen Fischernetze funktionieren. In einem duftenden Lagerhaus gaben wir uns dem Gewürzrausch hin und im hervorragenden Geschäft Fab India dem Rausch der indischen Textilien. Den zweiten Abend in Kochin dinierten wir direkt am Meer.
Von Kochin fuhren wir in die Berge der Western Ghats. Die kurvige Straße windet sich vorbei an vielen Gewürz- und Teeplantagen, über einen Pass zu einem Ausflugsort beim Periyar Nationalpark. Es wurde kühler, unser Gästehaus erinnerte an unsere Pensionen in den Alpen mit Holztäfelungen. Indische Touristen trugen dicke Pullover. Gleich am Nachmittag gingen wir zu unserer ersten Wanderung in den Nationalpark. In einer kleinen Hütte wurden wir von den Nationalparkwächtern empfangen, ein älterer Herr in grüner Uniform wurde uns als Führer zugewiesen, er stapfte voraus und wir hinten nach. Wir gingen durch eine grüne Senke, mit einem Stausee, der am Horizont verschwand und von hohen Bäumen umfasst ist. Unser Führer führte uns für zwei Stunden auf einem schmalen Pfad durch einen Wald mit unbeschreiblich hohen Bäumen. Wir sahen verschiedene Lianen, Termitenhügel, und Affen.
Am nächsten Tag unternahmen wir einen Ganztagesausflug in denselben Park. Wir wanderten, fuhren auf einem Bambusfloß über den Stausee, picknickten an einem Hang zum See, und kehrten am Nachmittag denselben Weg zurück. Wir waren eine zusammengewürfelte Gruppe von etwa 15 Leuten. Eine britische Dame war sehr redselig.  5 Parkwächter, einer mit Gewehr, begleitete uns zu unserem ‚Schutz’, denn Periyar Nationalpark ist für seine wilden Elephanten bekannt. Tatsächlich konnten wir zuerst eine einzelne Elephantin, dann eine Familie mit einem Jungen und zum Schluss eine ganze Herde aus Distanz beobachten. Es war ein aufregendes Erlebnis, zu beobachten wie schnell das Elephantenpaar ihr verletztes Junge zwischen sich nahmen um zu beschützen, sobald sie uns entdeckten.
Die letzte Etappe der Reise war ein erholsamer Aufenthalt in einem kleinen Resort mit ein paar Bungalows direkt am See nahe Tirur. Von der Terrasse vor dem Zimmer blickten wir auf das Wasser mit den vorbeituckernden Touristen- und Fischerbooten. Eine immer lächelnde Frau servierte köstliches Essen. Ein älterer Bootsmann ruderte uns durch die Backwaters und engen Kanäle zwischen den weiten Reisfeldern. Die Kanäle sind leider mit Wasserhyazinthen verwuchert. Das Wasser ist vom Kunstdünger schon recht verschmutzt. Zu schnell verging die Zeit und wir mussten den idyllischen Ort verlassen.
Nach einer 5-stündigen Fahrt Richtung Süden durch mit Palmen bewachsene flache Landschaft, vorbei an vielen modernen Gartensiedlungen – außer in den Bergen wirkt Kerala wie eine große grüne Siedlung – und durch moderne Kleinstädte, und durch die Hauptstadt Trivandrum, erreichten wir unser Treatmenthouse. Tomy, der ‚gute Geist’ des Hauses empfing uns mit seinen typisch langsamen Bewegungen, dann Vijay mit nacktem Oberkörper und breiten Lächeln. Wir erfuhren dass wir gleich die erste Fußmassage erhalten werden. Wir hatten kaum Zeit uns in den Zimmer niederzulassen, wurden wir schon einzeln in einen Behandlungsraum geführt: in der Mitte steht eine schöne indische Holzliege, darüber ein Seil, um diesen herum warten zwei Frauen. Sie helfen einem auf die Liege zu steigen und beginnen gleich über uns am Seil zu schweben und mit ihren Füßen zu massieren. Vijay kommt hinzu und bald fühlt man sich nur mehr als ein einzig riesiger Körper.
In Indien ist es nicht üblich, dass die Ärzte ihren Patienten die Behandlungen erklären. Vijay meinte (erst nachdem wir ihn dazu aufforderten), dass wir ihm vertrauen sollen, für die Zeit der Kur ist er für unseren Körper verantwortlich und er will sein bestes geben. Er demonstriert auch, warum er ‚tief’ massieren muss um die Blockaden im Körper zu bereinigen.
Während der Kur arbeitet nicht nur der Körper, sondern auch die Seele. Schnell gewöhnen wir uns an den neuen ruhigen Rhythmus des Tages: aufstehen, frühstücken, Massage, ruhen, lesen, eine Stunde Yoga, ein Spaziergang in der Umgebung, Plausch mit den anderen Gästen, vor allem aus Deutschland aber sehr vielseitig und durchweg interessant. Viele waren schon früher auf Kur bei Vijay gewesen. An manchen Tagen braucht die Seele auch mehr Zuspruch. Die intensiven Massagen erfordern von unserem Körper viel Ruhe, wir sollen auch Sonne, Wind, und kaltes Wasser meiden. Erst bei den Pudermassagen ist es ratsam Ausflüge in die nahe gelegene Stadt Trivandrum oder an den Meeresstrand bei Kovalam zu unternehmen.
In Kürze: Es war eine abwechslungsreiche Reise mit ganz neuen Erfahrungen; noch profitiere ich sehr von der festen Fußmassage Vijay’s.

NORDINDIEN – LADAKH Erfahrungsbericht

NORDINDIEN – LADAKH: TIBETISCHE PFLANZENMEDIZIN UND MEDITATION AM DACH DER WELT

Erfahrungsbericht zur Reise im Juli 2012
von Annemarie Tasser

Ich hatte mich für diese Reise nach Nordindien und Ladakh entschieden, weil sie eine spannende Reiseroute versprach und gleichzeitig eine fachliche Einführung in die tibetische Medizin und ihre Heilpflanzen anbot. Was mir dann an der Reise besonders gefallen hat: Wir reisten sehr persönlich in einer kleinen Gruppe, erlebten mit Gabriele Tautscher interessante Begegnungen mit außergewöhnlichen Menschen, fuhren und wanderten durch phantastische Landschaften und nahmen wertvolles Wissen über die tibetische traditionelle Medizin mit nach hause. (mehr)

Nach einer 2 Tagesanreise von Delhi über die moderne Stadt Chandigarh (geplant vom berühmten Architekt Le Corbusier) erreichten wir Dharamsala am fuße des Gharwal Himalaya. Dort wohnten wir gemütlich in einem kleinen Gästehaus mit tibetisch eingerichteten Zimmern der schönen Gartenanlage mit Tempel, Kunstwerkstätten und Museum des tibetischen Kulturvereins. Wir spazierten (manchmal im warmen Monsunregen, denn im Juli ist dort die Regenzeit) zu buddhistischen Klöstern und besuchten das weiter oben gelegene Mac Leod Ganj, wo die Residenz des Dalai Lama und die tibetische Exilregierung ist. Bei der Geburtstagsfeier vom Dalai Lama am 6. Juli im Kloster vor seiner Residenz erlebten wir die tibetische Exilgemeinde in ihrer Festkleidung. Schulklassen führten Volkstänze auf, junge tibetische Popstars traten auf – es herrschte eine fröhliche Stimmung trotz der Regenfälle. Am nächsten Tag gab uns ein vor Ort bekannter tibetischer Arzt in seiner Praxis eine ausführliche Einführung in die tibetische Medizin und erklärte was es mit ihren Grundenergien Schleim, Galle und Wind auf sich hat. Im Tempel des tibetischen Kulturvereins gab uns Gabriele Vorträge zu den Lehren Buddhas und zur buddhistischen Meditation. Wer wollte konnte am Morgen in dessen schönen Gebetsraum meditieren. Wir unternahmen auch eine Tageswanderung auf eine hohe Alm (Triund), blieben jedoch auf halber Strecke in einem alten englischen Bungalow eines österreichischen Freundes von Gabriele hängen weil der Regen nicht aufhören wollte. So hatten wir Zeit für Kaffee und Kuchen und den spannenden Erzählungen Jakobs über das Leben in der Umgebung zu lauschen. Am nächsten Nachmittag besuchten wir einen indischen Bio-Bauern inmitten grüner Reisfelder. Er zeigte uns seinen wunderbaren Garten mit der Vielzahl an Obst und Gemüsesorten. Seine Frau kochte für uns ein indisches Festessen. Erst nach 4 Tagen setzten wir unsere Reise nach Manali fort. Hier unternahmen wir eine Wanderung durch alte Dörfer und Zedernwälder und zu einem göttlichen Wasserfall. Wir besuchten das Museum des russischen Malers und Philosophen Nikolas Rörich und genossen ein wunderbares Mittagessen bei einer indischen Familie. Von Manali aus begann dann die abenteuerliche Fahrt zuerst über den ersten hohen Pass (Rothang) nach Kyelong. Die Straße war erstaunlich gut und meist asphaltiert. Nach dem Rothang Pass beginnen die tibetische Kultur und die karge Landschaft der tibetischen Hochebene mit ihren tiefen Flusstälern. In Kyelong adaptierten wir uns an die Höhe (3000m), wanderten durch den alten Basar der kleinen Stadt und zu einem buddhistischen Kloster, wo gerade ein großes Fest stattfand. Ein hoher Lama war gekommen um die lokale Bevölkerung zu segnen. Nach Kyelong überquerten wir für 2 Tage den hohen Himalaya und die Zanskar Kette – eine Fahrt mit Jeeps auf langen Serpentinen, über zum Teil verschneite Pässe mit Fernblick über unendliche Gebirgszüge, vorbei an Hochweiden – auf einer von ihnen übernachteten wir in einem Luxuszeltlager – und durch bizarre Flusstäler, Canyon ähnlich mit flachen weiten Schotterbetten. Die Weite der Hochebene empfand ich wie eine Oase für die Seele, über die ich gerne lange gewandert wäre – zum Glück holten wir dies in Ladakh nach.
In Leh wohnten wir in einem familiären Gästehaus umgeben von Feldern. Die Stadt selbst (zu Fuß zu erreichen) ist eine herrliche Mischung aus einer alttibetischen Stadt mit eng gebauten Steinhäusern mit Flachdächern über welche die Palastburg thront, einer Gartenstadt unter Weiden und durchzogen von Bächen, und einer lebendigen Touristenstadt mit vielen Cafes und Lodges wo sich junge und alte Abenteurer aus der ganzen Welt treffen. Von dort unternahmen wir Ausflüge zu den großen Klöstern. Ein buddhistischer Mönch erklärte uns seine Meditationsweise nach dem Prinzip des tibetischen Buddhismus des ‚grenzenlosen Mitleids’.
Von Leh fuhren wir den Indusfluss entlang nach Alchi, dem ältesten Kloster von Ladakh (UNESCO Weltkulturerbe), und weiter zum Ausgangspunkt unserer 3 Tages Wanderung, wo wir den sympathischen Amchi Tashi trafen. Von nun an hieß es früh aufstehen um die beste Tageszeit für die Wanderung durch die karge Berglandschaft und Überquerung der Pässe (bis fast 4000 m!) zu nutzen bevor die Sonne in dieser Höhe kräftig auf den Kopf knallt. Unterwegs sammelten wir Gräser, Blumen und Blätter. Amchi Tashi erklärte uns die Heilwirkungen der Pflanzen, auch wie wir sie erkennen und nutzen können. Gegen Mittag erreichten wir jeweils unsere Zeltlager in den grünen Flussoasen der Dörfer. Unglaublich wie plötzlich der Übergang von der trockenen Steinlandschaft zu den üppig grünen Feldern und Blumenwiesen der bewässerten Täler waren. Den Nachmittag bummelten wir durch das Dorf und sammelten in den Blumenwiesen Pflanzen. Anschließend gab uns Tashi weitere Erklärungen zu den Pflanzen. Unsere Wanderung endete im schönen Dorf Tingmosgam, wo wir die Familie von Tashi besuchten und uns in einem bequemen Gästehaus mit herrlichem Garten von den Anstrengungen der letzten Tage erholten. Von dort unternahmen wir einen Tagesausflug nach Lamayuru, einem spektakulär gelegenen Kloster. Entlang dem Indus Fluss fuhren wir zurück nach Leh, wo wir die Reise mit einem Stadtbummel ausklingen ließen.
Die Reise war so vielfältig: Indische und tibetische Kulturen, Himalaya, Hochebenen, Steinwüsten und reiche Blumenwiesen, Lernen über den Buddhismus und tibetische Medizin, Begegnungen mit Menschen, Muße zu meditieren, das Miterleben religiöser Feste und die Erfahrung des Wanderns durch beeindruckende Landschaften; dies alles bleibt für mich unvergesslich.